OH GOD ; I TRIED ; AM I LOST IN YOUR EYES ?

hi Leute, der schreiber dieses blogs ist nicht mehr am leben, aber ich lasse hier vielleicht ab und an mal was durchblicken. abgesehen davon lasse ich aber alle seine posts usw. unangetastet.
ich vermisse dich, nic. in liebe, bones.

Freitag, 11. Mai 2012

Alles beim Alten, nichts wie's mal war.

Als ich aufschließe und einen Schritt in die Wohnung mache, ist es für einen Moment ungewöhnlich still. Ich zerre meine Tasche hinter mir her, bis sie auf dem Flur liegt. Sie sieht ausgebeult und ein bisschen mitgenommen aus, in etwa so, wie ich mich fühle. Plötzlich springt die Tür rechts von mir auf, Letty stürmt aus ihrem Zimmer und wirft sich mir um den Hals, irgendwas kreischend. Ich muss einen Schritt rückwärts machen, um ihr Gewicht halten zu können. Als sie mich nicht loslässt, klammere ich mich mit einer Hand am Türrahmen fest, um nicht umzukippen.
Ist sie schwerer geworden - oder ich einfach schwächer? Es ist zum Jagen, dass mir in so einem, eigentlich so schönen Augenblick solche Gedanken durch den Kopf gehen. Ich bin wieder zu Hause! - das heißt, zumindest an dem Ort, der noch für zwei, drei Monate mein Zuhause sein soll. Ich sollte mich freuen! Ich grinse ein wenig vor mich hin, meine kleine Schwester im Arm.
Clarisse kommt aus der Küche, sie lächelt wohlwollend. Es ist seltsam, ich habe schon fast vergessen, Clarisse lächeln zu sehen. Meine Mutter und meine Stiefmutter scheinen noch nicht da zu sein, aber Adelie kommt hinter ihrer großen Schwester hervor, wirft einen kurzen Blick zu mir und Letty herüber, raunzt etwas wie "da biste ja wieder!" und schlurft in ihr Kinderzimmer, dessen Tür sie mit einem lauten Knall zuschlägt.
Ich kann nicht anders, ich muss noch breiter grinsen.
Wirklich, es hat sich absolut nichts verändert.

Obwohl das nicht ganz richtig ist. In mir drin - da hat sich einiges verändert. Ich weiß nicht, wie lange es anhält, ob ich es schaffen kann. Ob ich eben bald wieder in mein altes Muster zurückfalle. Aber genau genommen will ich es auch noch gar nicht erfahren - um nicht jetzt schon von mir selbst enttäuscht sein zu müssen.
Denn es ist wahr - diese Woche hat mir was gebracht. Aber meine Augen auf Dauer öffnen? Das wäre doch zu einfach. Denn wenn es wirklich so schnell gehen würde, gäbe es nicht so viele wie uns.
Uns - wir, die so viel Leere in uns haben, dass wir voller sind als jeder Erfüllte. Dass wir überquellen davon, nicht wissen, wohin, und uns deshalb im Kreis drehen. Wir, die wir eben mit diesen Gedanken gesegnet oder verflucht sind - Auslegungssache. Vielleicht sind wir nicht blind. Aber mit felsenfest geschlossenen Augen.
Und daran ändert eine Woche nichts, Fräulein M. Egal, was Sie sagen.

Die Wahrheit ist, dass ich ganz froh bin, als Letty einfach mit auf mein Zimmer kommt, sich auf meinem Bett zusammenrollt wie eine zufriedene Katze, und ihre Augen zumacht. Um mich nicht zu sehen, um mich nicht zu fragen, wie es gewesen ist. Um mir nicht zu erzählen, was ich verpasst habe.
Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich dankbar dafür bin, dass jemand die Augen so konsequent vor mir geschlossen hält.

Kommentare:

  1. Schön, dass du wieder da bist! Sag mal, wie haben dir die Menschen dort deine Augen geöffnet? Zumindest für jetzt..? Was wurde da mit dir gemacht?

    Hab ein erholsames Wochenende :-)

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  2. Freut mich, dass du wieder da bist :)
    Und wenn sie dir wenigstens für eine Weile die Augen geöffnet haben! Natürlich kann man nie sofort alles umkrempeln, aber es ist ein anfang! :)
    wünsch dir ein schönes wochenende!
    viele liebe grüße
    ella

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  3. ich wünsche dir ganz viel kraft deinen alltag zu meistern.

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  4. Du kriegst das ganz bestimmt alles hin!
    An dieser Stelle muss ich mal sagen, dass ich deinen Blog total gerne mag. Irgendwie mag ich deine Art, zu schreiben, gerne :)

    Liebe Grüße :)

    http://miraimwunderland.blogspot.de/

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