OH GOD ; I TRIED ; AM I LOST IN YOUR EYES ?

hi Leute, der schreiber dieses blogs ist nicht mehr am leben, aber ich lasse hier vielleicht ab und an mal was durchblicken. abgesehen davon lasse ich aber alle seine posts usw. unangetastet.
ich vermisse dich, nic. in liebe, bones.

Mittwoch, 25. April 2012

Jungs reden über so was nicht.

Wir hätten wieder angeln gehen können, wie wir es oft tun. Mir gefällt angeln, man muss nicht viel machen - nur auswerfen, still sitzen, warten. Dieses Mal haben wir uns nicht am Wasser getroffen. Das Wasser erinnert mich immer an den einzigen Ort, den ich unter den vielen, an denen wir schon gelebt haben, wirklich mochte. Der Ort, an dem ich segeln konnte. An dem ich die Illusion hatte, frei zu sein, wenn auch nur für wenige Stunden auf dem Wasser. Der Ort, an dem ich Cilli hatte.

Daniel und Mathis brauchen ein paar neue Klamotten, und auch ich habe nach langem Hin und Her beschlossen, etwas Geld mitzunehmen. Wir klappern ein paar Geschäfte ab, aber keiner von uns kommt wirklich zum Punkt. Wir müssen merkwürdig aussehen, unter den ganzen sommerlich gekleideten Menschen, den Mädchen mit ihren knalligen Taschen, Sonnenbrillen und hohen Schuhen, den Jungs mit ihren bunten Cappys, tief sitzenden Hosen und ihren unter den Arm geklemmten Skateboards. Wir sind einfach vier normale Kerle, zwei davon viel zu groß, einer davon zusätzlich viel zu dürr.
Ich versuche, die Sonne zu genießen, denn eigentlich ist sie doch etwas schönes. In einem Geschäft probiere ich ein paar T- Shirts an, doch sie sind alle zu weit und hängen mir von den Schultern, als hätte jemand sie an beiden Enden gepackt und daran gezogen, damit sie wie ausgeleiert sind. Früher waren sie mir maximal zu kurz, weil ich so groß bin. Ich gucke nicht mal in den Spiegel, der in der Kabine ist.
Mathis, der ein paar Hosen anprobiert hat, will sehen, wie uns unsere Sachen stehen. Mathis ist immer so. Es trägt zur Stimmung bei, aber es kann auch unglaublich unangenehm sein.Wie jetzt.

Ich ziehe mich schnell wieder um. Das ist nichts für mich - das alles hier - und erst recht nicht diese Kleidung. Als wir das Geschäft verlassen, sehe ich Daniel, Martens und Mathis kurz an. Für einen Moment frage ich mich, ob sie eigentlich bemerkt haben, wie dünn ich bin. Ob sie sich fragen, warum. Oder ob ich mit ihnen darüber sprechen sollte - ob ich ihnen sagen sollte, dass ich Schiss habe, dass ich mich nicht mehr ansehen will, dass ich mir Sorgen mache, dass ich keinen Elan finde; diese Sorgen zu besänftigen.
Ich mache den Mund auf.
Ich mache den Mund zu.
Wir gehen in das nächste Geschäft, dieses Mal probiere ich nichts an, sondern bleibe neben einem Kleiderständer stehen und denke an nichts. Bis ich wieder zu Hause bin.

Ich bin ihnen nicht böse, dass sie mich nicht darauf ansprechen. Ich bin dankbar. Ich kann es verstehen. Es wäre mir unangenehm. Es wäre, als würden wir plötzlich anfangen, über unsere Schwächen zu reden. Das will ich bestimmt nicht.
Ich hoffe trotzdem, dass es nur ihre Münder sind, die so fest verschlossen bleiben, und nicht ihre Augen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank :)

    Ist dein Blog neu?
    Er gefällt mir.

    Wir groß bist du denn und wie viel wiegst du?

    Liebe Grüße,
    Laura

    AntwortenLöschen
  2. Der letze Absatz ist richtig schön geschrieben und so wahr..
    Und danke für den lieben Kommentar , du schaffst es auch!

    AntwortenLöschen
  3. wieso ist das feminin? :D
    ich mag übrigens total wie du schreibst ;)
    lg

    ps: ich hoff du hast das kommentar gleich nicht 20x...ich geb die buchstaben anscheinend immer falsch ein -.-

    AntwortenLöschen
  4. Ich mach es immer so: Wenn derjenige, der auf meinem Blog kommentiert hat auch einen Blog besitzt, kommentiere ich auf dessen Blog zurück. Wenn nicht, unter dessen Kommentar auf meinem Blog. :)

    Das werde ich. Ich habe schon viel und oft aufgegeben, aber irgendetwas hindert mich daran, mich selbst aufzugeben. Aber wann werden sie endlich klar denken können? Wenn sie so durcheinander sind, wird es denn dann nie besser? Durfte mir vorhin wieder anhören, wie kalt und abweisend ich bin. Und dass ich mich wie eine Tochter benehmen soll. Hab den Glauben an durch und durch gute Menschen aufgegeben.

    "Ich hoffe trotzdem, dass es nur ihre Münder sind, die so fest verschlossen bleiben, und nicht ihre Augen." - Das hat was Poetisches. Also, eigentlich ja dein ganzer Blog, aber weißt du was ich meine?

    Ja. Manchmal möchte ich, dass jemand aus meinem Umfeld meinen Blog entdeckt, um zu verstehen, wie ich mich fühle, aber dann wiederum möchte ich das auf keinen Fall, weil das oft alles ist, woran ich mich an schwierigen Tagen "festhalte".

    Oh, das ist ja fast mein Wunschgewicht.
    Hm. Bei fast 1,90 ist das schon ziemlich wenig.
    Hoffentlich wirst du irgendwann wieder gesund. Also gesund im Sinne von ... ... ach, wollen wir nicht alle irgendwie einfach glücklich und gesund sein? Und glücklich im Sinne von gesund sein und gesund im Sinne von glücklich? Oder so?
    Ergibt das Sinn?

    Entschuldige bitte. Ich verwirre mich ja selbst.

    Grüße.

    AntwortenLöschen